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Gefechtsfeldaufklärungssystem CL289 (Bw)

(schu) - Wer noch eine kleine Erinnerung an den Biologieunterricht hat, der weiß, das männliche Bienen üblicherweise als Drohnen bezeichnet werden. Sie sind üblicherweise faul (wie der Willi von Biene Maja) und haben nur das Eine im Kopf. Ganz anders die militärisch genutzten Drohnen - sie in unbemannte programmierbare Fluggeräte und bei der Ziel- und Lageaufklärung ausgesprochen fleißige Helfer.

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Die Drohne CL-89 auf MAN-Fahrgestell. Bis 1990 im Dienst.
(Foto: Peter Domes)

In der Bundeswehr wird bereits seit vielen Jahren mit Drohnen gearbeitet. Aktuell eingeführt ist die CL289, ein unbemanntes Aufklärungsfluggerät (UAV) mit Raketenantrieb, der einen vorbestimmten Kurs fliegt und nach Missionsende mit Hilfe eines Fallschirms an einem festgelegten Ort zur Erde zurückkehrt. Die CL289 ist der Nachfolger des AN/USD 501 bzw. CL89-Systems, das in der BRD sowie in England erfolgreich im Dienst war.

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Drohne CL289 auf M21-Starterfahrzeug im SFOR-Einsatz
(Foto: www.treff.bundeswehr.de)

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Starterfahrzeug M21 in Mazedonien 1999
(Foto: Peter Domes)

Eingesetzt wird die CL289 von der Artillerie zur Gefechtsfeldaufklärung. Sie wird von einem Werfer auf MAN-7-Tonner-Fahrgestell gestartet und dringt auf ihrem Aufklärungsflug bis zu 170 km tief in feindliches Gebiet ein. Während des Fluges erfassen eine tageslichtabhänige Reihenbildkamera und ein Infrarotsensor die Aufklärungsdaten, die nach Abschluss des Fluges in rechnergestützten Luftbildauswerteanlagen ausgewertet werden.

Gelandete Drohne mit Landekissen
(Foto: Peter Domes)

Die Drohne landet übrigens immer mit dem Bauch nach oben, damit die Kameras bei der Landung nicht beschädigt werden. Auf dem oberen Bild sind das vordere und hintere Landekissen (orange Säcke) sehr schön zu sehen. Ebenfalls werden die beiden oberen Flügel und das obere Stirnruder vor der Landung abgeworfen.

Besondere Bedeutung als Aufklärungsmittel erlangten die Drohnen während der Einsätze auf dem Balkan, wo die deutschen und französischen CL289 mittlerweile mehr als 400 Flüge absolviert haben.

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Transportanhänger M39 in Mazedonien 1999
(Foto: Peter Domes)

Eingebunden ist das Drohnensystem in das Führungs- und Waffen-Einsatz-System (FüWES) ADLER (Artillerie Daten-, Lage- Einsatz-Rechnerverbund). Der Einsatz erfolgt im Rahmen der selbständigen Drohnenbatterien der Artillerieregimenter. Das System besteht aus dem bereits erwähnten Werferfahrzeug, der Empfangsstation, die in einem Daimler Benz DB 1017 untergebracht ist sowie dem Rückholfahrzeug, dessen Kran das ca. 140 kg schwere UAV aufheben kann. Die Funktionsfähigkeit der CL289 sichert der Drohnen-Instandsetzungszug.

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Startfahrzeug M21 und Drohnentransportfahrzeug M24. Beachte die Standantenne des
M21 zur Übertragung der Flugwegdaten von der Flugplanungsanlage M09 an das
Startfahrzeug und somit an die Drohne
(Foto: Peter Domes)

Die CL289 Aufklärungsdrohnen sollen in der Zukunft durch das KZO (Kleinfluggerät für Zielortung) wirkungsvoll ergänzt werden. Diese neue Drohnengeneration, die bis 2007 eingeführt sein soll, eignet sich für Tiefenaufklärung und zur Überwachung von Artillerieschlägen sowie deren Wirkungen. Das KZO-Aufklärungssystem wird in der C-160 Transall luftverladbar sein und aus der Bodenkontrollstation, dem Antennenfahrzeug, dem Startfahrzeug sowie dem Instandsetzungsfahrzeug und dem Bergefahrzeug bestehen.

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