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Modellbau-Tipps

Antirutschbeschichtungen im Maßstab 1/35 gestalten

Nahezu alle modernen Panzerfahrzeuge haben heutzutage an verschiedenen Stellen eine so genannte Antirutschbeschichtung aufgetragen bekommen. Leicht zu erkennen ist diese an den rauen Stellen, die ein wenig wie Sandpapier aussehen. Sie dienen, wie der Name es schon sagt dazu, dass die Besatzungsmitglieder besonders bei Nässe nicht auf der Metalloberfläche ausrutschen und sich verletzen.

Antirutschbelag am Original

Bei einigen Herstellern im 1/35 – Bereich werden diese Beschichtungen direkt bei der Formgestaltung berücksichtigt. Bestes Beispiel ist hier die Firma Trumpeter, aber auch der M1A1 der Firma Dragon hat diese Beschichtung. Allerdings ist die Beschichtung bei allen modernen Modellen der Firma Tamiya nicht oder nur unvollständig vorhanden. Dieses ist ziemlich schade, denn es handelt sich ansonsten um sehr hochwertige Modelle. Beispiele hierfür sind: M1A1/A2 Abrams, M2/M3A2 Bradley, Challenger 2, Challenger 1 (wenn noch erhältlich) und Leopard 2A5/A6 – hier fehlt bei einigen Stellen die Beschichtung.

Christian Mandelartz hat dazu den folgenden Tipp:

Sicher bleibt es jedem selber überlassen, ob er diese fehlende Beschichtung zusätzlich, bzw. nachträglich am Modell auftragen möchte oder nicht. Man kann auch ohne die Beschichtung „leben“. Für ein möglichst originalgetreues Modell ist sie aber unabdinglich, denn alle oben als Beispiel genannten Panzerfahrzeuge verfügen im Original über diese Schicht.

Ich habe nach vielen Experimenten eine ziemlich einfache Methode entwickelt, mit der man dieses „Problem“ beheben kann.

Zunächst einmal benötigt man die richtige Spachtelmasse. Nach Experimenten mit allen Herstellern hat sich das Produkt der Firma Tamiya als am besten für das Vorhaben geeignet herausgestellt. Es handelt sich um das so genannte „Tamiya Putty – Basic Type“ in der Tube und hat irgendwie eine andere Mischung als z.B. die entsprechenden Produkte von Revell oder Italieri und ist nicht so körnig.

Nächstes Mittel ist ein relativ harter Flachpinsel, wie man ihn auch zum Trockenmalen verwendet. Er sollte nicht zu breit sein, denn je nach Modell sind auch kleinere Flächen vorhanden.

Antirutschbelag am Modell

Nun kommt das große Hauptproblem: Wo muss die Schicht überhaupt aufgetragen werden am Modell?

Die Frage ist alles andere als leicht. Im Grunde helfen eigentlich nur geeignete Bilder vom Original oder Bausätze (z.B. Trumpeter) wo die Schicht direkt am Modell drauf ist. Allerdings ist es natürlich unsinnig, sich extra einen Bausatz von Trumpeter zu kaufen, um dann das Tamiya-Modell zu bauen. Ich hatte z.B. das Glück, bei meinem Challenger 2 von Tamiya den entsprechenden Bausatz von Trumpeter bereits vorher gehabt zu haben.

Meistens sind es aber auf jeden Fall die Oberfläche vom Turm und die Oberfläche auf dem Bug, die eine Schicht hat. Im Grunde sind es all die Stellen, wo die Besatzung in der Regel lang geht, um z.B. auf dem Fahrzeug auszusitzen.

Hat man die Stellen lokalisiert, kann es auch schon losgehen. Ich drücke ein wenig von dem Putty auf eine Plastikfolie und dann tupfe ich die Pinselspitze in das Putty. Je nachdem tupfe ich noch etwas wieder ab und dann geht es an das Modell.

Es ist ratsam, vorher gegebenenfalls die Ränder der zu bearbeitenden Stelle mit Tesafilm abzukleben, denn der Rand muss scharfkantig sein. Man sollte auch ruhig einzelne Felder nach und nach machen, denn auch am Original ist die Schicht Felderweise aufgetragen. Zu erkennen sind die Felder aber auch z.B. an den nachgebildeten Schweißnähten.

Mit dem Pinsel tupfe ich nun intensiv und vor allem senkrecht auf die Stelle am Modell. Wichtig ist der ungefähre 90 Grad Winkel, denn es muss unbedingt getupft, nicht gestrichen werden. Sollte das Putty auf dem Pinsel ausgehen, ruhig noch etwas weiter tupfen, denn durch die einzelnen Borsten entsteht die gewünschte raue Oberfläche. Diesen Vorgang wiederholt man, bis die gesamte Fläche den entsprechenden grauen Farbton des Putty hat. Durch das intensive tupfen ist die Fläche auch nur hauchdünn und gewisse Details wie Nieten oder Seriennummern usw. blieben erhalten.

Wichtig ist, das man den Pinsel zwischendurch regelmäßig mit Aceton reinigt, denn die Putty-Reste werden relativ schnell hart und dann kriegt man den gewünschten Effekt nicht mehr so richtig hin. Sollte das Putty auf der Folie auch zu hart werden, direkt wieder neues Putty nehmen, denn sonst gilt das Gleiche wie beim Pinsel.

Hier einige Bilder des Challenger 2, wo man zumindest die zu behandelnden Stellen erkennen kann (meine Digitalkamera scheint nicht so toll zu sein wie die Werbung es versprach).

Es handelt sich sicherlich um ein relativ arbeitsintensives Verfahren, doch ist es wirklich ziemlich einfach. Versuchsweise habe ich meine Frau es an einer Stelle auf der Wanne machen lassen. Sie macht überhaupt kein Modellbau und bekam es direkt richtig hin.

Ferner sieht man bei den Bildern, dass ich zu allererst die Schicht am Modell aufgebracht habe, bevor ich es zusammenbaute. In diesem Stadium stören keine bereits angebrachten kleinen Teile, auf die man Rücksicht und Vorsicht nehmen muss.

Ich empfehle es aber allen, zunächst einmal bei einem alten „Schrottmodell“ auszuprobieren, bevor man durch Dummheit einen teuren Bausatz versaubeutelt. Auch wenn die Methode, wie bereits gesagt ziemlich simpel ist, kann ein wenig Training nie schaden.

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