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Geschützte Führungs- und Funktionsfahrzeuge (Bw)
- Klasse 2: Eagle IV-

(schu/09.07.12) - Im November 2007 wurde bekannt, dass sich die Bundesregierung bei der Beschaffung eines Geschützten  Führungs- und Funktionsfahrzeugs der Klasse 2 (GFF 2) für den Eagle IV der Firma MOWAG habe. Die Rede war von einem Vertrag über die Lieferung von 198 Fahrzeugen. Trotz des dringenden Bedarfs an Fahrzeugen der GFF-2-Klasse wurde der Vertrag über mehrere Monate hinweg nicht unterzeichnet. Rüstungs- und wirtschaftspolitische Gründe - der Eagle IV wird schließlich von der schweizerischen General Dynamics European Land Systems Tochter, MOWAG, und nicht einem einheimischen Hersteller gebaut - waren dafür wohl ausschlaggebend. Im Sommer 2008 konnte dann zunächst ein Vertrag über die Lieferung von zunächst 25 geschützten Führungs- und Funktionsfahrzeugen unterzeichnet werden. Vermutlich spielte dabei u.a. eine Rolle, dass die Fahrzeuge zwar bei MOWAG in Kreuzlingen (Schweiz) gefertigt werden, aber auch die deutsche GDLS-Tochter in Kaiserslautern eingebunden wird. Im November 2008 übernahm die Streitkräftebasis, die für das Fahrzeug die Materialverantwortung trägt, die ersten Fahrzeuge aus der Serienfertigung. Anschließend wurden sie für den ISAF-Einsatz vorbereitet. Ab Mai 2009 wurden die ersten elf Eagle IV vom Flughafen Rostock-Laage nach Mazar-e Sharif geflogen.

Beim "Staatsbesuch" im BMVg war der Eagle IV in der Patrouillen-Ausstattung zu sehen
(Foto: R. Schulte)

Der Eagle IV, der gerade auch im Bereich des Fahrgestells ganz wesentlich auf Baugruppen des bereits bei der Bundeswehr eingeführten Duro IIIP bzw. Yak aufbaut, ist 5,38 Meter lang, 2,41 Meter hoch, 2,20 Meter breit und bietet Platz für bis zu 4 Personen. Er erreicht auf der Strasse eine Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h und bewältigt Steigungen bis 60%. Dabei verleihen ihm der 184 kW Cummins Turbodieselmotor in Verbindung mit dem 5-Stufen-Automatikgetriebe von Allison, das einzigartige De-Dion Achssystem mit patentiertem Wankstabilisator, die Reifendruckregelanlage sowie der permanente Allradantrieb eine besonders hohe Mobilität. Dank der modularen Schutzauslegung bietet der Eagle IV einen sehr hohen Schutz gegen ballistische Bedrohungen, Minen aber auch gegen Sprengfallen (IEDs). Im weiteren ist das Fahrzeug mit einem ABC-Überdrucksystem ausgestattet.

Beim "Staatsbesuch" im BMVg war der Eagle IV in der Patrouillen-Ausstattung zu sehen
(Foto: R. Schulte)

Die Bundeswehr verwendet den 8,5 Tonnen schweren und mit bis zu 1,4 Tonnen beladbaren Eagle IV mit 14 verschiedenen Rüstsätzen: Die Basisversion ist das Einsatzfahrzeug Führungspersonal, das mit Funk- und Führungsmitteln sowie einer Waffenstation ausgerüstet ist. Das Patrouillen- und Sicherungsfahrzeug ist mit der FAUST-Führungsausstattung ausgerüstet. Die Variante des Beweglichen Arzttrupps (BAT) steht für notfallmedizinische Einsätze am Anfang der Rettungskette zur Verfügung. Im Sommer 2012 erfolgte die Auslieferung von zwei Eagle IV mit der integrierten Instandsetzungsausstattung ArtFüWES (Artillerie Führungs- und Waffeneinsatzsystem) an die Truppe.

Anlässlich der ILÜ Süd präsentierte MOWAG diesen Demonstrator einer Aufklärungsvariante des Eagle IV
(Foto: Siegfried Bannert)

Im Heckcontainer ist ein 10 m Mast für das Aufklärungsradar bzw. ein optisches Kamerasystem verborgen
(Foto: Siegfried Bannert)

GFF Eagle IV auf dem Weg in den ISAF-Einsatz
(Fotos: Bundeswehr)

 

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